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Scham und Lust

Aktualisiert: 26. Juni

Es wechselt Pein und Lust. Genieße, wenn du kannst, und leide, wenn du mußt. (Johann Wolfgang von Goethe)



Scham und Lust sind oftmals verschiedene Seiten der gleichen Medaille. Es ist nicht immer einfach, sich seinem Partner so zu zeigen wie man ist – erst recht nicht, wenn es darum geht welch ein sexuelles Wesen wir sind. Über unsere Gefühle zu sprechen, fällt den meisten von uns schwer. Noch schwerer ist es Fantasien und Wünsche zu artikulieren. Wir schämen uns und denken, dass wir mit unserer Scham alleine sind. Sind wir aber nicht.


Scham ist ein Gefühl, mit einem tiefen Spektrum. Wir können uns gleichermaßen erleichtert und gedemütigt fühlen, wenn wir etwas von uns preisgeben, weil es uns so vorkommt, als hätten wir „unser Gesicht verloren“, während wir uns gleichzeitig von einer Last befreit fühlen. 


Wir wollen das Gefühl der Scham vermeiden und verpassen damit den Kontakt zu unserem Partner, fühlen uns einsam, eben weil wir uns nicht zeigen und unsere inneren Anteile unter Verschluss halten.


Die andere Seite der Medaille ist die Lust. Zeigen wir Lust voller Hingabe, dann können wir unsere Partnerschaft, die Nähe und den Sex ganz anders genießen. Zeigen wir die Lust aber aus Scham nicht, dann wirkt dieses Schamgefühl meist bedrohlich auf uns. Und wie das meist so ist, auf Bedrohungen reagieren wir mit Angst. Es gilt unser Innerstes, unsere Inneren Anteile zu schützen. Aus diesem Schutzmechanismus heraus begegnen wir dem Partner mit Zynismus,

Sarkasmus oder damit, dass wir uns verschließen. Wir zeigen unsere Lust nicht. Zu groß ist die Angst vor der Reaktion. 


Wir sind gefangen im eigenen Teufelskreis aus „Kontrolle wieder erlangen“ und „Kontrollverlust“ und für eine wirklich intime Beziehung ist kein Platz da. 


Es entbehrt nicht einer gewissen Logik, dass man sich dann einsam und „Nicht-Verstanden“ fühlt.

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